Pressebericht

Bericht aus der Salzgitter Zeitung vom Freitag, den 29.06.2012


„Vorsitzender strich stets einige Kicker von der Liste“

Burgdorf Ehemalige Fußball-Bundesligaspieler kicken am 7. Juli in Burgdorf Ü40-Hallenstadtmeister SG Burgdorf/Lesse/Barbecke erwartet um 16 Uhr Hannover 96.

 Von Thomas Saalfeld

Dies ist einer von mehreren Höhepunkten der Festwoche vom 1. bis 8. Juli. Die Brüder Struve, Friedrichs und Meyerding waren 1912 die Gründerväter des SV Eintracht Burgdorf, in dem zuerst lediglich geturnt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg folgten Feldhandball und Fußball als Sportarten.
Die Burgdorfer Kicker brachten es sehr bald zur höheren Weihen. In den 1930er-Jahren erspielten die Einträchtler um die Brüder Hermann und Heinz Heusmann (Vater des heutigen Gemeindebürgermeisters) die Braunschweiger Gaumeisterschaft. So haben es Ortsheimatpfleger Sigurd Baltin, Simone Burgdorf und Horst Hartmann in der Vereinschronik zusammengetragen.
Heute kicken die Männer um Trainer Jens Reihs bescheiden auf Kreisebene. Die Jugendspielgemeinschaft JSG Burgdorf (zusammen mit dem MTV Lichtenberg und TSV Lesse) hat Teams von der A- bis hinunter zur G-Jugend, obendrein gibt es drei Mädchenfußballformationen.
„Unser alter Fußballplatz am Bereler Berg war reines Moor. Nach dem Spiel war er schwarz und nach einer Woche Ruhezeit wieder sattgrün“, erinnert sich Horst Hartmann (69) mit einem Schmunzeln. Hartmann, von 1980 bis 2002 Vorsitzender des SVE. Sein Nachfolger war der ein Jahr jüngere Günther Dittkrist (2002 bis 2012), jetzt übernahm Reinhardt Pollok. Drittkrist: „Wir mussten die Außenlinie um einem Strommasten kreiden. Die Außenstürmer hatten einen ,Gegenspieler‘ mehr und lagen häufiger mit Zuschauern im Graben direkt an der Außenlinie.“ Anfangs der 1960er-Jahre habe der damalige SVE-Vorsitzende wenig von Mitbestimmung gehalten. „Wir mussten mit der Mannschaftsaufstellung fürs nächste Spiel stets zu ihm, dann hat er zwei, drei Namen ausgestrichen, die er nicht mochte. Für die mussten dann andere auflaufen“, erzählt Dittkrist. Diese Aufstellungsdiktatur habe etwa fünf Jahre gedauert, erinnert sich Hartmann.
Gut, dass 1972 der Sportplatz Am Walde gebaut wurde. Hartmann dankt nachträglich der Gemeinde Burgdorf, die dem Verein das Gelände kostenlos überlässt und im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt. „Wir wollen eine schwarze Null schreiben“, sagt Hartmann über die umfangreiche Festwoche. Wer zum Kommers am 7. Juli ab 19.30 Uhr auf dem Friedrichs Hof (Winkel 1) eine Eintrittskarte kauft, kann eine von drei gespendeten Kurzreisen gewinnen.
Der Tradition verpflichtet, aber neue Wege suchend, so will der SVE die Zukunft meistern. Derzeit stieg die Mitgliederzahl auf 240. Dies sei zum einen der neuen Golfsparte zu verdanken, zum anderen auch dem guten Gesundheitssportangebot um Übungsleiterin Monika Winter, der vom Deutschen Sportbund zertifiziert worden ist. „Ohne Zusatzkosten können unsere Vereinsmitglieder auch die Angebote des Nachbarvereins SV Hohenassel nutzen“, nennt Dittkrist ein weitere Lockmittel, um Mitglieder bei der Stange zu halten.
Dittkrists Sohn Tobias ist Übungsleiter der Fun-Sport-Sparte. Hier treffen sich rund 15 überwiegend jüngere Sportler zu Ballsportarten und Bewegungsspielen. Sie wollen ohne Verpflichtung zu Punktspielen und im Kreise Gleichgesinnter etwas für ihre Gesundheit tun.


 Geschlagen liegt Torhüter Wilhelm Ohlendorf am Boden, weiter sind (von links) auf dem Spielfeld
 Heinz Dibowski, Elmar Söchtig (im gestreiften Trikot) und Alfred Hiersemann.

 


   Beim SV Eintracht Burgdorf schart sich alles um den früheren Vereinsvorsitzenden Kurt Hänsel
   (Mitte in Strickjacke). Von links sind neben anderen zu sehen: Peter Gahl, Herbert Ohlms, Dieter Pape,...